14. Mai 2021

Der Lessingplatz in Chemnitz

Es tut mir in der Seele weh, das zu sehen. Ich laufe, wenn ich Ploggen gehe, häufig eine sehr ähnliche Strecke, meist nur einmal um den Block und sammle dabei alles auf, was nicht in die Natur oder auf die Straße gehört.

Normalerweise handelt es sich da um Tüten, Cellophan von Schokoriegeln, achtlos entsorgte Autoverkäuferkarten, Flaschen aus Glas oder Plastik, Alufolie, Döner-Papiere und Servietten. Doch gibt es auch Menschen hier, denen geht absolut alles am Allerwertesten vorbei. Ich habe sogar einmal erlebt, wie spät nachts hinter mir ein Sack voller Zeitungsmüll aufkrachte – einfach aus dem Fenster geworfen. Das ist bei Weitem nicht der Normalfall, sondern nur ein sehr sehr kleiner Bruchteil der Menschen hier, doch diese hinterlassen unweigerlich ihre Spuren überall und machen das Leben für die Mehrheit unschöner, unvollkommener.

Die Meisten von uns laufen an Müll, der auf der Straße oder in Grünstreifen oder sonstwo liegt einfach vorbei. Wir sehen ihn durchaus hier und da, aber unternehmen werden die Wenigsten etwas. Sobald es aus dem Blick verschwindet, ist es auch schon wieder vergessen – morgen liegt es immer noch dort. Doch es gibt etwas, da laufen selbst die, die sonst vor jedem Bonboneinwickelpapier die Augen verschließen, angewidert vorbei, sich fragend, welcher Mensch so etwas macht. Es bleibt manchmal sogar im Gedächtnis, das Häufchen Müll, das verschandelnd und giftig auf der Straße herumliegt. Und dennoch unternimmt fast keiner etwas.

Die Rede ist von illegal entsorgtem Müll, meist größer und sperriger, meist ganze Säcke voll. Einfach abgeworfen, ausgekippt, liegengelassen. Ein schönes Negativbeispiel dafür findet sich gerade am Lessingplatz, und es schmerzt, es da liegen zu sehen. Den Drucker werde ich wohl morgen mal ansacken und zum ASR bringen, doch für den Rest braucht es einen Trupp, um den ganzen Park einmal auf Links zu drehen.

Leider leider ist die Klientel im Park häufiger von der Natur, die sich nichts sagen lässt, und so wird immer wieder Müll anfallen, der weit über das, was in die dortigen Eimer gehört, hinaus geht. Doch man kann dafür sorgen, dass sich dies so weit reduziert, dass Menschen, die den Lessingplatz nicht kennen, ihn betreten und ihn einfach nur schön finden. Denn das kann man durchaus.

Den Termin für das Treffen, um den Lessingplatz einmal durchzufeudeln, gebe ich noch bekannt.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.