14. Mai 2021

Eine kleine Odyssee mit einer Autobatterie

Vor ein paar Wochen fand ich während meiner Ploggingrunde auf dem Sonnenberg eine Autobatterie, die einfach im Straßengraben stand. Sie sah mitgenommen aus, aber zumindest noch sicher transportabel. Normalerweise nehme ich Dinge, die nicht in meinen Müllsack passen, nicht mit, aber hier fand ich die Umweltgefährdung dann doch zu überragend und brach meine Runde ab, die Batterie im Schlepptau.

Doch was nun damit? Ich hatte mich im Vorfeld schon ein wenig informiert und auf der Webseite des ASR Chemnitz nachgelesen. So richtig werden Autobatterien nicht erwähnt, es gibt lediglich den Hinweis, dass man sie am ehesten dort loswird, wo man sich seine neue gekauft hat. Ja Klasse, das ist hier aber nicht anwendbar. Ich dachte also, für so etwas muss es da doch eine Lösung geben und bin mit der Batterie zum ASR auf dem Weißen Weg gefahren. Dort war ich etwas überrascht: nicht nur nahm man die Batterie nicht an, man hatte nicht einmal eine ordentliche Information für mich. Zitat: „Autoteile nehmen wir hier nicht an, versuchen Sie es doch mal bei ATU oder so, oder drüben beim AWVC.“.

Ich wusste, dass der AWVC normalerweise nichts kostenfrei entsorgt, denn das Auto wird dort zuvor und danach gewogen, aber ich dachte mir, das ist direkt nebenan, da versuche ich es eben mal. Eine halbe Minute später dort eingetroffen ein ähnliches Bild, „Elektrosachen dürfen wir hier absolut nicht annehmen“. Aber zumindest war der Mitarbeiter deutlich freundlicher. Er rätselte gemeinsam mit mir kurz, was man hier machen könnte und gab mir den Tipp, mal mein Autohaus anzurufen, die wären da für gewöhnlich sehr zuvorkommend. Normalerweise bekommen diese ja auch etwas Geld für die Rückführung zurück, weil diese irgendeinem Kreislaufsystem angeschlossen wären. Ich bedankte mich und durfte wieder von dannen fahren.

Während ich nun also mein Autohaus schon einmal ansteuerte, rief ich dort schon einmal an, und schilderte die Lage: Autobatterie gefunden, keiner will sie haben, ich solls mal da probieren. Und tatsächlich, man sagte mir, sofern ich jetzt nicht erwarte, dafür irgendetwas gezahlt zu bekommen, wäre das kein Problem. Und so war ich dann etwa zehn Minuten später zugegen, um die Batterie dort abzuliefern. Man hätte spezielle Container, in die man die Batterien stelle, und dann würden die dann und wann einmal abgeholt.

Nun, dass das ganze so lange dauern würde und ich während des Berufsverkehrs zweimal quer durch die Stadt fahren muss, das war nicht ganz mein Plan, aber zumindest ist die Batterie jetzt ordentlich entsorgt und vergammelt nicht mehr in irgendeinem Straßengraben, um später doch mal irgendwann auszulaufen. Die Lösung, die der ASR hier gefunden hat (er nimmt übrigens Akkus problemlos an – und genau genommen sind Autobatterien auch Akkus), gefällt mir jedenfalls nicht.

Bild: Von Santeri Viinamäki – Eigenes Werk, CC BY-SA 4.0, https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/deed.en

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